F.Me in der NZZ vom 9. Juli 2010 zur Haydn CD mit der Neuen Düsseldorfer Hofmusik

 

"Die Konzerte für Tasteninstrumente nehmen im riesigen Gesamtwerk Joseph Haydns eine eher untergeordnete Stellung ein: Mit Ausnahme des um 1780 entstandenen, noch heute populären D-Dur-Konzerts Hob. XVIII:11, handelt es sich um Frühwerke aus der Zeit vor 1770, in denen isch die Originalität des Komponisten noch nicht so deutlich kundtut wie in seinem reifen Schaffen. Doch wie Christine Schornsheims Gesamtaufnahme der acht  heute als authentisch erachteten Konzerte zeigt, zeichnen sich schon diese Werke durch eine handwerkliche Finesse und einen Gedankenreichtumg aus, die den späteren Meister erkennen lassen. Dabei erweist sich die Entscheidung der Solistin, die früheren Konzerte teils auf der Orgel, teils auf dem Cembalo, die späteren dagegen entweder auf dem Cemablo oder auf dem Hammerklavier zu spielen, nicht nur unter historischen Gesichtspunkten, sondern auch im Blick auf die dadurch gewährleistete klangliche Abwechslung als überaus sinnvoll. Aber auch in gestalterischer Hinsicht vermag Christine Schornsheim zu überzeugen. Zusammen mit dem hellwach agierenden Ensembel Neue Düsseldorfer Hofmusik gelingt ihr eine flüssige, elegante Darstellung, die bei aller Geschmeidigkeit auch die Überraschungseffekte und den rhetorischen Gestus mancher Passagen nicht unterschlägt. Und nicht zuletzt erweist sich Schonsheim als äusserst veriert in der historischen Verzierungskunst; besonders schön bringt sie diese in der langen Kantilene im Mittelsatz des F-Dur -Konzerts zur Geltung, die sie mit reicher Ornamentik versieht-und die dennoch wie aus einem Guss geformt wirkt."

 

 

Antje Rößler in der Märkischen Allgemeine vom 21. Juni 2010 über das Konzert am 18.Juni bei den Musikfestspielen Potsdam-Sanssouci


"Christine Schornsheim, eine Expertin für historische Tasteninstrumente, brillierte an einem 200 Jahre alten Hammerflügel, dem sie eine Vielfalt an Klangfarben entlockte. Daniel Sepec überraschte an der Barockgeige durch phantasievolle Verzierungen. Gesine Queyras steuerte am Cello eine solide Bassstimme bei, wobei sie nicht immer ganz sauber intonierte."

Peter Korfmacher schreibt in der Leipziger Volkszeitung vom 17. Juni 2010 über das Konzert am 15. Juni beim Leipziger Bachfest


"..und Schornsheim mit Wilhelm Friedemann Bachs e-Moll Fantasie FK 21. Eine herrlich gezierte Musik aus jenem Zwischenreich, in dem der Barock noch virtuos nachglüht, die Empfindsamkeit sich aber bereits ausgedehnte Brückenköpfe erobert hat. Und mit sicherem Gespür für beide Welten erweist Schornsheim sich hier als fabelhafte Interpretin, die aufführungspraktische Erkenntnis und unfehlbares Stilempfinden in den Dienst lebendiger musikalischer Praxis zu stellen vermag."

Andreas Pernpeitner schreibt am 20. Oktober 2009  in der Süddeutschen Zeitung zum Konzert in München

Christine Schornsheim brilliert bei der Residenzwoche

"Einen historischen Hammerflügel zu hören, ist ein reizvolles Erlebnis. Leise und seidig ist der Klang, und man kann nachempfinden, welch Faszination einst von seinen neuen anschlagdynamischen Möglichkeiten ausging. Gewiss, im Vergleich zu modernen Instrumenten ist das Potential hier reduziert, ebenso das Moment des Nachklanges. Umso klarer tritt der Augenblick des Anschlages in den Vordergrund - und das verlangt nicht nur höchste Präzision, sondern auch eine markante Phrasierung, soll die Musik plastische Konturen gewinnen.

Genau davon lebt das Konzert von Christine Schornsheim am letzten Tag der Residenzwoche im Max-Joseph-Saal. Sie spielt mit größter Konzentration und herrlicher Vitalität, beschleunigt und bremst die Musik auf kleinstem Raum, was aber keineswegs zerfahren wirkt, sondern in den raschen Sätzen aus Mozarts für München komponierten Sonaten in F-Dur KV 280 und D-Dur KV 284 eine äußerst erfrischende Eleganz hervorruft. Ein vollkommen anderes Bild vermittelt Margarethe Danzis Andante con Variazioni in f-Moll. Schornsheim bezeichnet diese Komposition als "frühromantisch". Die dabei mitunter geforderte Virtuosität setzt sie bestens um, und schleicht sich wirklich einmal eine überflüssige Note ein, so gilt es zu bedenken, wie leicht die Tasten derartiger Instrumente angehen. Entscheidend aber ist, dass hier insgesamt ein erstaunlich volltönender und dichter, die Klaviatur in ihrer Breite nutzender Ton angeschlagen wird, der dem Konzert eine wichtige Facette des Ausdrucks hinzufügt - wie auch Schornsheims mit schlichter Geradlinigkeit ausgeführte Interpretationen der langsamen Sonatensätze sowie das entzückend pastellene Schlaglicht, das sie mit der zweiten Zugabe auf Haydns Variationen über die Hymne "Gott erhalte" wirft."(SZ, 20.10.2009)

 

Heide Oehmen schreibt in der Neuß-Grevenbroicher Zeitung vom 26.09.2009 über das Konzert in Zons im Rahmen des Festivals Alte Musik Knechtsteden:


"Christine Schornsheim die abwechselnd auf einem Cembalo und einem Hammerflügel musizierte (..) fesselt immer wieder durch ihre hohe Kunst, die sich-bei makelloser, unaufgeregter Anschlagskultur-vor allem durch untrügliche Stilsicherheit manifestiert. Nicht zuletzt zeigt sich das bei den von ihr hinzugefügten, geschmackvollen Verzierungen.Ihre durchdachte Artikulationskunst und-bei aller technischen Brillanz-"weiche" Spielweise machen jeden Vortrag zum ungetrübten Hörvergnügen. (...) Zum Abschluss erklang Haydns tiefgründigstes Werk für ein Tasteninstrument, die Variationen Hob XVII:5 (...) Schornsheim gestaltete das nur selten zum Dur hin aufgehellte Werk mit beklemmender Ausdrucksintensität."

Ute van der Sanden schreibt in der Mitteldeutschen Zeitung am 23.06.2009 zum Haydn-Konzert in Dessau:

 

"Wer schon spielt einen ganzen Abend lang Solowerke von Joseph Haydn? Mehr als anderthalb Stunden totale Konzentration, vollständig klarer Kopf, Bereitschaft zum Affekt, ganz zu schweigen von der motorischen Konstitution: Welcher Pianist tut sich das an! Und das alles für einen Komponisten, der noch immer und zu himmelschreiendem Unrecht als Fürstenunterhalter belächelt wird, dessen Jubiläumsjahr von den Ehrentagen populärerer Persönlichkeiten wie Georg Friedrich Händel und Felix Mendelssohn Bartholdy überstrahlt wird. Für eine Musik, die beim Publikum bestenfalls als grazil und eingängig gilt, meist jedoch als bieder, langweilig und altmodisch. Musik, die der Virtuose gleichwohl als enorm schwer begreift, technisch und gestalterisch, zumal sie nicht den kleinsten Fehler verzeiht.

Ja, wer sollte es wagen, wenn nicht Christine Schornsheim. Am Freitag überreichte sie beim Gartenreichsommer "Musikalische Kostbarkeiten zu Ehren von Josef Haydn". Denn es ist Haydn-Jahr, vor 200 Jahren wurde der Meister in Wien geboren.

Der Konzerttitel sprach die reine Wahrheit. So winzig der Rahmen im schmucken Festsaal des Schlosses Luisium, so niedrig die Zahl der Zuhörer, die hineinpassen, so außergewöhnlich war der Vortrag der Expertin für historische Tasteninstrumente, die mit den Klavierwerken Haydns ganz bei sich selbst anzukommen scheint. Nicht grundlos wurde ihre im Jahr 2005 erschienene Gesamteinspielung der Klaviersonaten des Wiener Klassikers mit Plattenpreisen reichlich dekoriert.

Musikalisches Temperament

So hat Haydn seine Musik womöglich selbst gehört. In ihrer Entstehungszeit wurden auch das Schloss Luisium gebaut und der Hammerflügel, auf dem Schornsheim musizierte. Das Besondere an ihrem Haydn-Vortrag ist: Er klingt niemals nach Arbeit. Er biedert sich nicht als billige Preziose an. Er ist vollständig frei von Manierismen und nur ganz selten, etwa beim mühseligen Umgang mit dem unwillig repetierenden Instrument, ist ihm seine Fragilität anzumerken. Die Interpretin spielte ihren Haydn auf unspektakuläre Weise im Einvernehmen mit Stil und Ausdruck des späten 18. Jahrhunderts. Sie spielte ihn mit musikantischem Temperament, exzellenter Klang- und Anschlagskultur sowie hochsensibler Verzierungskunst. Ihre Triller, Umspielungen und Arpeggien schmückten die melodischen Linien nicht nur - sie bereicherten sie.

Wunderbare Klaviermusik

Von den zwölf Arietta-Variationen in Es-Dur abgesehen, hatte sie ausschließlich Werke aus Haydns reiferen Jahren gewählt, die um 1780 entstandenen Sonaten D-Dur, C-Dur und As-Dur sowie im Finale die große c-Moll-Sonate, eine der wenigen ihrer Gattung, die Haydn nicht in einer Dur-Tonart setzte.

In jeder einzelnen dieser Kompositionen nahm Schornsheim ihre mehr und mehr verblüffte Hörerschaft mit auf einen Erlebnistrip durch die wunderbare Welt Haydnscher Klaviermusik. Wie sie den ersten Satz der D-Dur-Sonate Hob. XVI:33 aus den drei robust in Arpeggien aufgefächerten Eingangsakkorden entwickelte, wie sie vermittels der Registratur das Adagio abdunkelte; wie sie in der nachfolgenden Sonate Hob. XVI:41 Melodie und Nebenstimmen korrespondieren ließ und die As-Dur Sonate Hob. XVI: 43 mit bärbeißigem Humor ausstattete und mit harschem Zugriff erkundete, der auf Beethoven wies - das zeugte von großer Leidenschaft und Entdeckerfreude.

Der Applaus hätte begeisterter kaum ausfallen können. Schornsheim legte aus lauter Dankbarkeit zweimal nach, zuerst, mit unerhörter emotionaler Expansion, die C-Dur-Fantasie von 1789 und dann noch eine Variation des Deutschlandliedes aus dem Kaiserquartett, für das der Komponist eigens eine Fassung für Klavier solo geschrieben hatte. Ohnedies hat Schornsheim wieder einmal allen gezeigt: Haydns Musik ist mitnichten bieder und langweilig. Eine altmodische Konzertpause wäre gleichwohl nicht schlecht gewesen. Das Klima im klitzekleinen Saal, so herrlich er sich mit dem Klang verbündete, machte dem vorbildlich konzentrierten Publikum ebenso wie der Interpretin sichtlich zu schaffen. Bei aller Kunst: Atmen muss der Mensch ja doch."


 

Kritiken zum Hammerflügel-Konzert zusammen mit Andreas Staier bei den Dresdner Musikfestspielen,Mai 2009:

Hartmut Schütz schreibt in der Dresdner Neueste Nachrichten vom 30./31.Mai 2009
"An der Klaviatur nahmen zwei Musiker Platz, denen in Deutschland wesentlich die Renaissance des Instruments zu verdanken ist: Christine Schornsheim und Andreas Staier. Dies ist ein Duo keineswegs identischer Spieler, was die Begegnung umso spannender machte: Klar strukturiert spielend die eine, mit einem Hang zum Träumerischen der andere. (..) Dass Felix Mendelssohn Bartholdy sich an Bach geschult hat, zeigte Christine Schornsheim mit Präludium und Fuge f-moll aus op.35, gleichwohl auch, wie stark der romantiker sich emanzipierte. Wie die Pianistin die Fuge aus barocker Klarheit ins Dickicht romantischer Gefühle und wieder heraus geleitete, war eindrucksvoll.(..) Bis hier war das farbenreiche Spiel von Shornsheim und Steiaer mit einer Spanne zwischen markiger Energie hin zu samtigem Dunkel und der in eineme klareren Raum wohl feiner erlebbaren Brillanz des Hammerflügels schon bemerkenswert. Doch die Motorik, die Spannung und der große Bogen, den beide Franz Schuberts "Divertissement à la hongroise" g-Moll einpflanzten, war so außergewöhnlich wie zwingend: Alle Möglichkeiten des Schattierens auf dem Hammerflügel waren hier zu hören, selbst so ein heikler Effekt wie der Schnarrzug (..) war geschmackvoll verwendet. Zwei Zugaben waren eine eindeutige Forderung des Publikums."

 

 

Jens -Uwe Sommerschuh schreibt in der Sächsischen Zeitung vom 30./31. Mai 2009
"Andreas Staier und Christine Schornsheim gehören weltweit zu den Besten ihres Fachs.(..) Dass der Vortrag sich nicht in intimer Gemütlichkeit erschöpfte, lag an der Spielfreude, der nuancierten Dynamik des Duos. Schornsheim stellte bei Mendelssohns Präludium und Fuge den Fluss der Farben über Sentiment und Grübelei. Staier entfachte in Schumanns an sich etwas blassen Fughetten eine feine Glut, verhalten noch im Allegretto, purpurn aufleutend im Finale. (..) Den Höhepunkt bot das vierhändige Ungarnstück, dessen Thema Schubert der singenden Küchenfee des Grafen Esterházy abgelauscht hatte - das Motiv hakt sich noch heute ins Ohr wie ein Hit. Die beiden Pianisten geizten nicht mit Rubato, Tempowechsel und Klangverfremdung, zogen per Pedal Pergament und Seide über die Saiten, Staier ließ die im Flügelbauch verborgene Pauke rumpeln, und das Publikum war hin und weg."

Kritik aus der Stuttgarter Zeitung om 13.6.09 zum Konzert mit Andreas Staier bei den Ludwigsburger Schlossfestpielen

"Das Hammerklavier ist ein feines InstrumentIntimität, besondes was Dynamik und Klanggestaltung betrifft. Subtile Abstufungen und überraschende Effekte hat der Vorläufer des heute gebräuchlichen Konzertflügels zu bieten, wie beim grandiosen Konzert von Andreas Staier und Christine Schornsheim zu hören war. (...)Initmität und Zwischentöne sind Leitprinzipien dieser Klangkunst, was etwas bei Impromptus von Robert Schumann zu hören war. Vielschichtig tönen Staier und Schornsheim die Klänge ab, finden subtile Unterscheidungen in der Pianokultur, entlocken dem tendenziell matt klingendem Instrument Vielfarbigkeit, die auch mal ins Derbe und Vordergründige kippt (....)"

Werner Häußner schreibt in der WAZ über das Konzert am 2. Juni 2009 beim Klavierfestival Ruhr in Bottrop:

"Bei ihrem Klavier-Festival-Debüt in Bottrop erschließt Christine Schornsheim Haydns musikalische Welt

Ein Konzert aus fünf Stücken, die im üblichen Klavierabend gerade mal die folgende virtuose Prachtentfaltung einleiten dürfen? Ein Abend ganz mit Werken von Joseph Haydn, dem kunstfertigen Wiener Klassiker, den man gerne für altbacken und harmlos hält? Dem schon Robert Schumann vor 150 Jahren kein "tieferes Interesse für die Jetztzeit" einräumen wollte? In Bottrop gab es gegen solche Haltungen sanften, aber entschiedenen Einspruch. Die Anwältin für Haydn heißt Christine Schornsheim, hat vor vier Jahren eine hoch gelobte Gesamtaufnahme seiner Klavierwerke vorgelegt und debütierte nun beim Klavier-Festival Ruhr. Dass sie im Kammermusiksaal des Kulturzentrums August Everding zu Gast war, ist ein ausgesprochener Glücksgriff: Akustik und Intimität des Raumes korrespondieren mit der Musik optimal. Und die vier Sonaten nebst einer Variationenfolge eröffnen einen Blick auf Haydn, der durch beharrlich wiederholte, aber selten überprüfte Vorurteile hindurch auf eine vielfarbige, von Einfällen belebte Welt fällt. Nichts von froh gelaunter Schlichtheit, nichts vom liebenswürdigen Großpapa, den der Wiener Großkritiker Eduard Hanslick der Nachwelt eingeredet hat.
Der Flügel aus einer holländischen Sammlung klingt wie Silber und weißes, dünnes Porzellan. Mittellage und Diskant erinnern noch an den fein metallischen Klang des Cembalos. Doch die Resonanz ist vorzüglich. Und die Tiefe hat Substanz und runden, fülligen Klang.

Schornsheim nutzt die Eigenarten ihres besonderen Hammerklaviers. In raschen Läufen, etwa im Kopfsatz der As-Dur-Sonate (Hob. 43), kehrt sie silbrig-mechanische, aber etwas starre Flinkheit heraus, die vom Cembalo herkommt. Im Allegro der D-Dur-Sonate (Hob. 33) überzeugt sie mit federnder Leichtigkeit im Rhythmus und einer natürlichen Diskretion des Tons. Im Menuett gibt ihr der leicht ansprechende Bass das Mittel, den Rhythmus pfiffig zu artikulieren. Dank der transparenten Melodiestimmen kann die Pianistin aus scheinbar einzelnen Noten im Bass einen Verlauf herstellen, der musikalischen Sinn offenbart.

Solche Entdeckungen gelingen auch in der B-Dur- (Hob. 41) und der c-moll-Sonate (Hob. 20), weil Schornsheim ständig innere Beziehungen knüpft. Haydns Meisterschaft, seine Galanterie, die Poesie seiner Musik und sein unaufdringlicher Humor werden offenbar. Ein grandioses Plädoyer für das Weiterleben von Haydns Musik - auch über seinen 200. Todestag hinaus!
Christine Schornsheim beglaubigt den reformierten Blick auf Haydn mit Ernsthaftigkeit, innerem Feuer und musikalischer Klugheit. Sie hat dafür einen Partner: ein noch zu Lebzeiten Haydns gebautes Hammerklavier aus der Werkstatt des Wieners Michael Rosenberger."

 

 

Ulrich Pollmann schreibt im Berliner Tagesspiegel zur Haydn-Nacht am 29. Mai 2009 im Radialsystem in Berlin

"16 Kurzkonzerte gibt es in drei Sälen, was dem Publikum viel Logistik abverlangt. Man will ja nichts verpassen. Drei Mal ist die überragende Christine Schornsheim am Hammerflügel mit Sonaten Haydns zu hören, für die improvisatorische Frische ihrer Haydn-Interpretation wurde sie mehrfach ausgezeichnet."

 

 

 

 

 

Stimmen zu den Konzerten mit dem Freiburger Barockorchester. Christine Schornsheim spielte das Klavierkonzert Es-Dur C 43 für Hammerklavier und Orchester von Johann Christoph Friedrich Bach

Karl Georg Berg schrieb in der "Rheinpfalz" am 13. März 2009
"Christine Schornsheim war hier die hoch virtuose, ebenso brillant wie nuancienreich spielende Solistin.
(..) Immer wieder überrascht der wzeitjüngste Bach-Sohn durch unkonventionelle Wendungen und Kontraste
sowie ausgefallene klangliche Einfaälle. Diese Qualität der Musik kam im
frischen, impulsiven und zugleich außerordentlich geschmeidigen Spiel des Freiburger Barockorchesters
aufs Schönste zur Wirkung."
Sebastian Quint schreibt in der "Eßlinger Zeitung" vom 11.3.2009
"Als Geniestreich erwies sich auch das Klavierkonzert Es-Dur C 43,
dessen arpeggiert gebrochene Akkordketten im einlietneden Allegro Christine Schornsheim am Hammerflügel
in eine lebendig durchpulste Ordnung zu bringen verstand. nach dem empfindsam ausformulierten Mittelsatz
(..) erfreuten Schornsheim und ihre Mitstreiter im Schlusssatz des Konzerts (..)
mit einer agogisch feinsinnig aufgeschloüsselten Ausdruckszeichnung,
wobei man auch dem Überraschungsmoment von Bachs teils eeigensinniger tonartlicher Ordnung Rechnung trug."
Annette Eckerle schrieb in der "Stuttgarter zeitung" vom 9. März 2009
"Christine Schornsheim spielte den ebenso virtuos wie poetisch angelegten Solopart.
Mit fein tarierten Rubati und Portamenti zeigte sie,
wie stark der bückeburger vom italienischen Geschmack geprägt war.
Die Freiburger übten sich abermals in blitzblank aufgeputztem Spiel
von höchster Transparenz und wachem Sinn für den dramaturgischen Aufbau des Werks."
Johannes Adam schrieb in der "Badischen Zeitung" vom 6. März 2009
"Sehr empfindsam löste die an der Münchner Musikhochschzule lehrende Christine Schornsheim
beim ersten Solo die Hammerflügel-Strukturen aus dem orchestralen Umfeld,
um sie dann mehr und mehr zu exponieren: hübsch perlend, geradezu virtuos."

 

 

 

 

Klaus Mohr in der Süddeutschen Zeitung zum Konzert am 15.Februar 2009 in Olching (Mary Utiger, Violine; Christine Schornsheim, Cembalo)

"Am Beginn stand die Sonate für Violine und Cembalo BWV 1015.(..) In großer Ruhe gingen die beiden Musikerinnen den Kopfsatz an, der imitatorisch mit drei Stimmen angelegt ist. Das Cembalo klang dabei, insbesondere dann, wenn die Geige führte, nie aufdringlich. Überzeugend wirkte der Satz durch die schlichte Gestaltung und seine inneren Spannungsböge. Den konzertanten Gestus in der Violine zu Beginn des mit Allegro assai überschriebenen Satzes griff die Cembalsitin in wunderbarem Zusammenspiel auf, so dass sich ein vitaler Austausch von Motiven ergab. (..) Bachs "Vorzeigekomposition" für den italienischen Stil, sein "Concerto nach italienischem Gusto" für Cembalo durfte in dieser Matinee nicht fehlen. Christine Schornsheim ging den Kopfsatz nicht zu schnell an und gliederte ihn sinnfällig durch kleine agogische Veränderungen. Wie ein Zirpen wirkte die Begleitung zur weit ausschwingenden Melodie im Andante. Virtuos und technisch makellos, dabei voll vitalität, nahm die Cembalistin das abschließende Presto." SZ vom 17.2.2009

Besprechung der Boëly-CD in der japanischen Musikzeitschrift "The record Geijutsu"

"Mit Recht aht Frau Schonsheim Boely geschätzt. Ihre Sympathie und Hingebung sind in jedem Stück deutlich spürbar (...) Frau Schornsheim spielt termperamentvoll und leidenschaftlich. Mit einem historischen Instrument passiert es manchmal, dass man wegen seines scharfen Schlags allzu empfindlich spielt. Frau Schornsheim gelang es doch durch ihre geschickte Pedalisierung, mit den Schattierungen der tonfarben das Spiel zu nuancieren. Man spürt eine Menge Emotionen, die sich über Einflüsse Beethovens hinaus denen der späteren Meisterstücke Dusseks nähern."

Simon Hayes sagte in der Sendung "CD Review", BBC Radio 3, am 11.Oktober 2008 zur Boëly-CD:

"…this new recording from Christine Schornsheim has been a fascinating initiation.  Two things have really caught my attention - the sheer variety of musical styles and the extraordinary sounds of the pianos themselves.It´s no mean feat coping with the eccentricities of historical instruments like these, but Christine Schornsheim is always firmly in control - she´s an absolutely thrilling player, and determined to bring all the colour to Boëly´s music that it deserves.(…) this recording of Boëly´s two Sonatas of 1810 and twenty of his Caprices is available on the new Phoenix label, which launched in May with a remit to do a bit of raising from the ashes - time well spent on Alexandre Boëly.(…)this is a recording which is well overdue, and shows us just how closely linked the development of his music was with the curious evolution of the piano in France.  Christine Schornsheim´s success here lies not only in her feeling for the constantly shifting chartacter of the music, but in finding precisely the right instruments to showcase it.  It´s a double pleasure!"

 

 

Paul de Louit schreibt zur Boëly-CD im "Diapason" (Übersetzung des frz. Originaltextes)


"A new glorious exploit by Christine Schornsheim; after her recordings of the complete Haydn, and of Mozart duos with Andreas Staier, Boëly´s (forte)piano answers René´s "longed-for storms”. Jacqueline Robin´s marvellous recordings (see issue 557) placed Boëly within a long line of French pianists, continued by Marmontel and Diémer, who were noted for their elegance and naturalness. Christine Schornsheim, coming from outside this tradition, prefers to put him back in the context of his period, that of early Romanticism. Behind the elaborate forms and the refined tonal schemes, she brings to light a passionate vocabulary which one would perhaps not have suspected in such an undemonstrative master as the organist of Saint-Germain-l´Auxerrois: she finds there not only René´s "longed-for storms”, but in addition the "extasy and distress”, the "elevation and bitterness”, dear to Jean-Paul. By throwing the musical gesture into relief in all its contradictory power, in pointing up the music´s collisions and irregularities as well as its rhetoric, she bursts out of the classicism which forms its basis, thereby liberating the Sehnsucht which defines Boëly in the context of Imperial France. For these works date from the decade of 1810; Boëly had not yet entered his phase of rediscovery of Bach, and he abandoned himself entirely to the influence of Beethoven. It is above all this which shows in Christine Schornsheim´s interpretation, rather than his debt to Haydn or the premonitions of Schumann in the Caprices op. 2. Her touch, though not the most even in the world, whips up the two Erards (excellently prepared by Christopher Clarke) to draw from them the best and the extremes of their possibilities, with that science and feeling for an instrument which we already admired in her Haydn. Andreas Staier´s favourite partner (for four hands or two harpsichords) here deploys the whole range of special effects of the grand piano: harp, bassoon, céleste, una corda, with never a trace of bad taste or ostentation; she exploits admirably the sound of the marvellous little square piano, which she further refines in opening the lid more or less according to the intimacy of the pieces. How we hope that she will explore the two books of études, the Opus 6 & 13!"

Paul de Louit schreibt zur Boëly-CD im "Diapason" (frz. Originaltext)

"Les merveilleux disques de Jacqueline Robin (cf no. 557) installaient Boëly dans une longue filiation pianistique française, marquée après lui par Marmontel et Diémer, sous le signe de l'élégance et du naturel; étrangère à cette lignée, Christine Schomsheim préfère le replacer dans son époque, celle du premier romantisme. Derrière les formes travaillées et les plans tonaux raffinés, elle met en lumière un vocabulaire des passions qu'on ne soupçonnait peut-être pas chez un maître aussi peu extraverti que l'organiste de Saint­ Germain-l'Auxerrois : elle y trouve non seulement les « orages désirés » de René, mais encore «l'extase et la détresse », «la hauteur et l'amertume» de Jean-Paul. En mettant en relief le geste musical avec toute sa puissance contradictoire, en désignant ce qu'il y a dans cette musique de heurté, d'irrégulier, de rhétorique aussi, elle fait voler en éclats le classicisme qui en fait la base, pour libérer une Sehnsucht qui est bien le propre de Boëly dans la France de l'ordre impérial. Les œuvres choisies datent en effet de la décennie 1810 ; Boëly n'est pas encore dans sa phase de redécouverte de Bach, et s'abandonne tout à l'influence beethovénienne. C'est bien ce qui ressort de l'interprétation de Christine Schornsheim, plus que la dette à Haydn ou ce qui, déjà, pointe vers Schumann dans les Caprices op. 2. Un toucher qui n'est certes pas le plus égal du monde fouaille les deux Erard (excellemment préparés par Christopher Clarke) jusqu'à tirer d'eux le meilleur et l'extrême, avec cette science et ce sens de l'instrument qu'on avait déjà admirés dans les sonates de Haydn. La partenaire chérie d'Andreas Staier (à quatre mains ou à deux clavecins) déploie le grand jeu des effets spéciaux du piano à queue: luth, basson, jeu céleste, una corda, sans jamais une faute de goût ou pour l'épate; et travaille admirablement le son du merveilleux petit piano carré, qu'elle raffine encore en ouvrant le couvercle plus ou moins selon l'intimité des pièces. Comme on aimerait qu'elle se penche sur les deux cahiers d'études, les Opus 6 et 13! "