Neuerscheinung September 2009
Joseph Haydn: Acht Concerti für Cembalo, Hammerklavier und Orgel
Christine Schornsheim
Neue Düsseldorfer Hofmusik
Leitung: Mary Utiger
F.Me in der NZZ vom 9. Juli 2010 zur Haydn -CD
"Die Konzerte für Tasteninstrumente nehmen im riesigen Gesamtwerk Joseph Haydns eine eher untergeordnete Stellung ein: Mit Ausnahme des um 1780 entstandenen, noch heute populären D-Dur-Konzerts Hob. XVIII:11, handelt es sich um Frühwerke aus der Zeit vor 1770, in denen isch die Originalität des Komponisten noch nicht so deutlich kundtut wie in seinem reifen Schaffen. Doch wie Christine Schornsheims Gesamtaufnahme der acht heute als authentisch erachteten Konzerte zeigt, zeichnen sich schon diese Werke durch eine handwerkliche Finesse und einen Gedankenreichtumg aus, die den späteren Meister erkennen lassen. Dabei erweist sich die Entscheidung der Solistin, die früheren Konzerte teils auf der Orgel, teils auf dem Cembalo, die späteren dagegen entweder auf dem Cemablo oder auf dem Hammerklavier zu spielen, nicht nur unter historischen Gesichtspunkten, sondern auch im Blick auf die dadurch gewährleistete klangliche Abwechslung als überaus sinnvoll. Aber auch in gestalterischer Hinsicht vermag Christine Schornsheim zu überzeugen. Zusammen mit dem hellwach agierenden Ensembel Neue Düsseldorfer Hofmusik gelingt ihr eine flüssige, elegante Darstellung, die bei aller Geschmeidigkeit auch die Überraschungseffekte und den rhetorischen Gestus mancher Passagen nicht unterschlägt. Und nicht zuletzt erweist sich Schonsheim als äusserst veriert in der historischen Verzierungskunst; besonders schön bringt sie diese in der langen Kantilene im Mittelsatz des F-Dur -Konzerts zur Geltung, die sie mit reicher Ornamentik versieht-und die dennoch wie aus einem Guss geformt wirkt."
Am 8. September 2009 stellte Raliza Nikolov diese CD bei NDR-Kultur vor und sagte:
"Aus Haydns Manuskripten geht nicht immer klar hervor, für welches Tasteninstrument er das jeweilige Konzert gedacht hat. Christine Schornsheim und die Neue Düsseldorfer Hofmusik mit Mary Utiger bieten Haydns Konzerte an Orgel, Cembalo und Hammerklavier, und sie tun weit mehr, als 'unbestimmt das Ohr ergötzen'.
Ob Schornsheim sich an die Orgel setzt, ans Cembalo oder ans Hammerklavier - jedes Mal erweist sie sich als Spezialistin für das Instrument: Ihr Anschlag ist perfekt auf die Erfordernisse abgestimmt, ihr plastisches Spiel ist geistreich und originell.So behände wie Schornsheim spielen nur wenige hauptamtliche Organisten. Präzises Spiel verbindet sich mit einem vollen, runden Klang.Gerade aus den Kadenzen macht Schornsheim kleine Schmuckstücke. Im ersten Satz des G-Dur-Klavierkonzertes Nr. 4 entfernt sie sich nur wenig von dem leichten, heiteren Grundton der Musik, eröffnet aber doch Seitenblicke in verhangene Täler.
Man bekommt selten die Möglichkeit, einen Solisten auf so unterschiedlichen Instrumenten zu erleben und lernt ganz nebenbei, welche Vielfalt der Tasteninstrumente im 18. Jahrhundert gang und gäbe war. Die zweite der CDs enthält die bekannteren Stücke, mit den für Haydn so typischen Überraschungsmomenten, mit dem Spiel der unterschiedlichen Klangfarben.Perlende und blitzende Virtuosität zeichnet auch Schornsheims Cembalospiel aus; es ist - mit Vorsicht gesagt - ihr Hauptinstrument, viele Jahre hat sie es sehr erfolgreich in Leipzig unterrichtet, heute in München und Kopenhagen.Das berühmte C-Dur-Orgelkonzert, glänzend mit Trompeten besetzt, bildet den Abschluss dieses Hörgenusses. Denn die Neue Düsseldorfer Hofmusik mit der Konzertmeisterin Utiger begleitet ebenso präzise und lebendig. Haydn ist schwer zu spielen, schwer zu gestalten. Wenn es so gelingt wie hier, denkt man das nicht. Glückwunsch."
Michael Carter über die Haydn-CD im Online-Magazin "Fanfare" (USA)
"Last year, Naxos released two CDs of Haydn´s keyboard concertos: the first disc (8.570485) contains
Hob XVIII:3, 4, 9, and 11 performed by pianist Sebastian Knauer and the Cologne Chamber
Orchestra. The second (8.570486) offers another five concertos, Hob XVIII:1, 8, and 10 played by
organist Ketil Haugsand and Hob XVIII:5 and 7 in performances by harpsichordist Harald Hoeren, both
with the Cologne Chamber Orchestra. But all of the music on the Naxos discs may not be by Haydn, for
The New Grove Dictionary of Music and Musicians lists Hob XVIII:7 and 9 as spurious, with the first
possibly written by Georg Christoph Wagenseil. There is also a period-instrument set of these concertos
included in the 150-CD Haydn commemorative edition issued by the Dutch label Brilliant Classics,
but I wouldn´t recommend buying it simply for the keyboard concertos unless they are something that
you simply cannot live without, especially since the new Capriccio releases are now available stateside.
Schornsheim´s talents are hardly challenged by this music; her playing exhibits sparkling virtuosity
and an exceptional sense of line. The outer movements exude typical Haydnesque vigor and the
slow movements are appropriately lyrical, with nicely shaped melodic lines as well as fluent but never
tedious ornamentation. Energetic, vibrant, and colorful, these comfortably paced performances are supported
with sympathetic and precise, but never antiseptic playing from Neue Düsseldorfer Hofmusik,
their biting brass and potent timpani adding much ceremonial pomp to Hob XVIII:1 and 8."